Hacker: Cyberattacken auf Supermärkte werden Fall für die Geheimdienste
Handelsblatt · Dietmar Neuerer ·
Nach Hackerangriffen auf Kühlanlagen in europäischen Supermärkten ermitteln deutsche Geheimdienste. Auch US-Behörden sind alarmiert. Doch wer steckt hinter den Attacken?
Nach den Cyberangriffen auf Kühlsysteme deutscher und europäischer Supermärkte haben sich die deutschen Nachrichtendienste eingeschaltet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) erklärte auf Anfrage des Handelsblatts: „Die Vorfälle sind Gegenstand aktueller nachrichtendienstlicher Ermittlungen. Außerdem befasst sich das ‚Gemeinsame Zentrum zur Bekämpfung hybrider Bedrohungen‘ (GAZ Hybrid) mit dem Thema.“
In dem Zentrum arbeiten Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste zusammen. Darunter sind neben dem Verfassungsschutz auch der Bundesnachrichtendienst (BND) und der Militärische Abschirmdienst (MAD). Zentrale Aufgabe des GAZ Hybrid ist unter anderem, Spionage, Sabotage, Staatsterrorismus und weitere Formen hybrider Bedrohungen zu erkennen und zu bekämpfen.
Ob die Angriffe auf die Kühlanlagen Teil einer koordinierten Sabotagekampagne gegen die europäische Lebensmittelversorgung sind, ist bislang ungeklärt. „Zum aktuellen Zeitpunkt liegen dem Bundesinnenministerium keine Erkenntnisse vor, die eine eindeutige Zuordnung dieser Angriffe zu einem spezifischen Akteur oder einer staatlichen Stelle zulassen würden“, sagte ein Ministeriumssprecher dem Handelsblatt. Eine abschließende Bewertung erfordere detaillierte Analysen.
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