Der neue Roman "Afrika" von Daniel Kehlmann

Frankfurter Allgemeine · Andreas Platthaus ·

Der neue Roman von Daniel Kehlmann heißt „Afrika“, doch er spielt in Berlin im Jahr 1885, als dort ein Kontinent verteilt wurde. Mit hoffmannsthalscher Ironie erzählt er von vollkommener Skrupellosigkeit.

Kehlmanns neues Buch : Dieser Roman ist eine gigantische Farce

Der neue Roman von Daniel Kehlmann heißt „Afrika“, doch er spielt in Berlin im Jahr 1885, als dort ein Kontinent verteilt wurde. Mit hoffmannsthalscher Ironie erzählt er von vollkommener Skrupellosigkeit.

Beginnen wir mit dem Nachwort, obwohl das bei einem Roman gemeinhin nicht viel zur Sache tun sollte. Aber hier tut es das, denn Daniel Kehlmann lässt darin einen Satz fallen, der gemeinhin auch nicht viel zur Sache bei einem Roman tun sollte: „Die Szene ist keine Erfindung von mir.“ Das bezieht sich auf einen Ball im Berliner Kronprinzenpalais, der am 15. Februar 1885 stattfand. Da er nur eines von neun Kapiteln ausmacht, muss man das „Die“ im zitierten Satz wohl besonders betont lesen, als „Diese eine Szene ist keine Erfindung von mir.“ Alle anderen sind es schon.

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