Kommentar: Die Staatsbeteiligung an der Telekom war nie so wichtig wie heute
Handelsblatt · Stephan Scheuer ·
Washington und Peking setzen Konzerne gezielt als Machtmittel ein. Deutschland hat mit der Telekom einen Konzern, auf den es Einfluss nehmen kann – noch. Eine Fusion könnte das ändern.
Es wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Der deutsche Staat hält einen großen Anteil an einem der größten Konzerne des Landes. 28,6 Prozent der Anteile kontrolliert Berlin direkt und indirekt an der Deutschen Telekom. Das ist aber kein Überbleibsel von Staatskapitalismus, sondern heute so wichtig wie nie zuvor. Berlin sollte diesen Hebel nicht aus der Hand geben.
Doch genau das könnte passieren. Die Telekom strebt die Fusion mit ihrer US-Tochter an. Aus einem Zusammenschluss könnte der größte Telekommunikationskonzern der Welt entstehen. Die Macht könnte das Management nutzen wollen, um mit großen Tech-Giganten zu konkurrieren. In diesem Zuge würde der Bundesanteil verwässert. Und aus einem Dax-Konzern mit Hauptsitz in Bonn würde ein globales Unternehmen mit deutschen Wurzeln.
Und das kann derzeit nicht im Interesse des deutschen Staates sein. Die USA und China haben die Geo- und Wirtschaftspolitik verändert. Nationale Firmen sind ein Machtfaktor, der bewusst von US-Präsident Donald Trump oder Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping eingesetzt wird.
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