Nach mehr als 400 Jahren: Wissenschaftler knacken Code eines antiken Messingschlosses

Frankfurter Allgemeine · Peter-Philipp Schmitt ·

Vor mehr als 400 Jahren sinkt ein Schiff vor der Küste Englands. An Bord befinden sich Gold, Silber und ein Buchstabenschloss – dessen Code ist nun endlich entschlüsselt.

Vor mehr als 400 Jahren sinkt ein Schiff vor der Küste Englands. An Bord befinden sich Gold, Silber und ein Buchstabenschloss – dessen Code ist nun endlich entschlüsselt.

Eine Schuldige war schnell gefunden: Mutter Gabley. Sie habe den Tod von den 14 Seeleuten zu verantworten, durch ihr abscheuliches Wirken, wie es im Kirchenregister von Wells-next-the-Sea, einer kleinen Gemeinde in der englischen Grafschaft Norfolk, geschrieben steht. Die Männer waren auf der Rückreise von Spanien an der Westküste Englands am 28. Dezember 1583 (nach dem damaligen julianischen Kalender; das entspricht dem 7. Januar nach unserem heutigen gregorianischen Kalender) ertrunken, weil ihr Schiff, die Ann Francis, in einem Sturm auf Grund gelaufen und auseinandergebrochen war.

Die Naturgewalten allein konnten es nach damaliger Meinung aber nicht gewesen sein: Die Seeleute mussten sterben, weil eine verabscheuungswürdige Hexe aus King’s Lynn namens Mutter Gabley „bestimmte Eier in einem Eimer voll kaltem Wasser kochte – oder vielmehr: durch die Art und Weise, wie sie diese Eier darin bearbeitete“. Dies sei, heißt es im Kirchenregister, „im Zuge des Gerichtsverfahrens gegen die besagte Hexe hinreichend bestätigt“ worden.

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