Wasserstoff statt Kohle: Start einer Produktionsanlage für Grünstahl verzögert sich

Handelsblatt · dpa ·

Stahlproduktion und Klimaschutz passten bislang nicht wirklich zusammen. Mit grünem Stahl soll sich das ändern. Ein Hoffnungsprojekt steht in Duisburg - doch bis es da losgeht, dauert es noch Jahre.

Deutschlands größte Stahlfirma Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) wird ihre milliardenschwere Produktionsanlage für klimaschonenden Stahl aller Voraussicht nach erst mit zwei Jahren Verspätung in Betrieb nehmen. „Die Inbetriebnahme der Direktreduktionsanlage ist für 2029 geplant statt wie ursprünglich geplant 2027“, heißt es in einem Dokument der EU-Kommission, von dem zuerst „Politico“ berichtet hatte.

Ein Sprecher von TKSE bestätigte die Verzögerung. „Die verzögerte Fertigstellung ergibt sich im Wesentlichen aus der Engineeringphase des Projekts“, sagte der Firmensprecher. Bei einem Projekt dieser Größenordnung seien Anpassungen des Ausführungsablaufs und des Zeitplans nicht außergewöhnlich. „Wir gehen davon aus, dass sich der Hochlauf der Anlage eng an der Entwicklung des Marktes und der Verfügbarkeit von Wasserstoff orientieren wird.“

Das Wasserstoff-Projekt der Stahlfirma kostet insgesamt rund drei Milliarden Euro. Vom Staat kommen bis zu zwei Milliarden Euro Fördermittel - zwei Drittel vom Bund und ein Drittel vom Land NRW. Die Bauarbeiten begannen Anfang 2024. Es geht um eine sogenannte Direktreduktionsanlage, die eine moderne Alternative zum klassischen Hochofen ist. Statt Kohle wird Wasserstoff genutzt, der mit Hilfe von erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Read the full story at Handelsblatt · All coverage of this story