VW: Haftbefehl gegen Angeklagten im VW-Dieselprozess erlassen
Handelsblatt · dpa ·
Die Aufarbeitung der VW-Dieselaffäre ist elf Jahre nach Bekanntwerden nicht beendet. Haftbefehle gab es aber schon lange nicht mehr. Der aktuelle Fall hat auch einen anderen Hintergrund.
Im gerade begonnenen Betrugsprozess zum VW-Dieselskandal ist Haftbefehl gegen einen der drei Angeklagten erlassen worden. Der Mann wurde nach dem zweiten Verhandlungstag verhaftet, um die Durchführung des Verfahrens zu sichern, wie das Landgericht Braunschweig mitteilte. Der 66-Jährige habe gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt.
Zum geplanten Prozessauftakt am Montag konnte die Anklage nicht verlesen werden, weil einer der drei Angeklagten aus gesundheitlichen Gründen fehlte. Der Vorsitzende Richter sagte dazu, dass der Betroffene aus Sicht des Gerichts nicht ausreichend entschuldigt gewesen sei. Zum zweiten Versuch am Donnerstag erschien der Mann in zwar Braunschweig, beschwerte sich aber massiv beim Gericht.
Die Verlesung der Anklage verfolgte der Mann gehend im Gerichtssaal. Sitzen oder Liegen bereite ihm zu große Schmerzen, sagte er zur Begründung. Er betonte mehrfach, dass das bevorstehende Verfahren mit etwa 150 Verhandlungstagen eine massive Belastung für ihn sei. Ein Arzt habe ihm mit einem Attest eine Reiseunfähigkeit bescheinigt.
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