Ruin und Rente als Revue: Wenn das Elend zum Gegenstand der Unterhaltung wird
Die Welt · Jakob Hayner ·
Die Revue dient wieder als Form, den sozialen Abstieg auf die Bühne zu bringen. In Frankfurt wird Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ zur poppigen Schlagershow, in Berlin geht es die Treppe runter Richtung Altersarmut: „Nix gibt’s“.
Die Revue dient wieder als Form, den sozialen Abstieg auf die Bühne zu bringen. In Frankfurt wird Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ zur poppigen Schlagershow, in Berlin geht es die Treppe runter Richtung Altersarmut: „Nix gibt’s“.
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Was bleibt, wenn man ganz unten angekommen ist, ohne Geld, Arbeit und Wohnung? Wenn die Gesellschaft einen wie überflüssigen Dreck behandelt und auch die letzten Reserven an Selbstachtung verbraucht sind? Am Ende stehen zwei, die es immer nur besser haben wollten für sich und ihr Kind und trotzdem immer tiefer gesunken sind, einsam und allein im Lichtkegel und singen noch ein allerletztes Lied. Und man weiß in diesem Moment nicht mehr, ob diese zarte Melodie von Hoffnung für diese hoffnungslos Verlorenen kündet oder deren brutales Schicksal geradezu zynisch konterkariert.
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